Unsere Geschichte

Die Geschichte der Marke Bergmann nahm ihren Anfang im Jahr 2005, als Thomas Raphael in einer Markendatenbank des Deutschen Marken- und Patentamtes stöberte und dort über den Eintrag der Marke „Dortmunder Bergmann Bier“ stolperte.

Ein historischer Bierkrug in seinem Gläserschrank hatte Thomas Raphael zuvor an die Marke erinnert und er beschloss,  an die großen Zeiten der Bierstadt Nr. 1 denkend, diese Marke erneut anzumelden. Er lernte, dass eine Marke nur überleben kann, wenn sie auch mit einem realen Produkt verbunden wird, und daher wurde 2006 der nächste Schritt in Angriff genommen. Thomas machte sich auf die Suche nach einer Brauerei, die ihm ein passendes Bier brauen konnte, und wurde in Hagen-Dahl fündig. Da ihm ein Sud mit 6.000 Litern zu viel erschien, trommelte er 16 Freunde zusammen, fuhr mit ihnen zu einer Brauereibesichtigung nach Hagen-Dahl und fragte sie anschließend, ob sich jemand den Sud mit ihm teilen würde. Der erste Sud eines neuen, alten Bergmann Biers war geboren.

Das Bier schmeckte

Bergmann Bier wurde gebraut, gelagert und in geliehene Flaschen und Kästen abgefüllt, verteilt und getrunken. Geschichte und Bier fanden großen Anklang. Nur wenige Wochen später wurde der nächste Sud in Auftrag gegeben. So ging es weiter.

Im Januar 2007 erreichte Bergmann Bier einen bedeutenden Meilenstein, als es auf einer privaten Firmenfeier ausgeschenkt wurde. Ein anwesender Redakteur der lokalen Tageszeitung war begeistert und beschloss, die Geschichte des Bieres aufzuschreiben. Damals drohte gerade die letzte Brauerei aus Dortmund zu verschwinden. Die Veröffentlichung führte zu einem regelrechten Ansturm von E-Mails und Anrufen bei Thomas Raphael. Interessenten fragten wiederholt, wie sie sich am Projekt beteiligen und wo sie das Bier kaufen könnten.

Auf Anraten von Herbert Prigge, Unternehmensberater und Freund von Thomas, wurde im Mai 2007 die Bergmann Brauerei GmbH gegründet. Weitere Sude wurden gebraut, Händler beliefert und REWE Dortmund als prominenter Verkaufspartner gewonnen. Damals wurden Bierkästen noch von Hand in einer Garage beklebt und ehrenamtlich ausgeliefert. Der Absatz wuchs organisch, ohne Werbung oder Marketing. Im Jahr 2008 wurde dann der Gedanke, eine eigene kleine Brauerei zu gründen, erstmals geprüft.

David gegen Goliath

Im Dortmunder Hafen entdeckten die Unternehmensgründer eine vergessene Gießerei, die die Anmutung einer Brauerei hatte. Nach der Renovierung konnte eine kleine Brauanlage erworben und aufgebaut werden. Die ersten Sude wurden dort 2010 gebraut.

„HARTE ARBEIT. EHRLICHER LOHN.“ war die Devise nach getaner Arbeit, wenn das verdiente Bier in den Händen gehalten wurde. In diesen Momenten verdichtete sich der Geist der Geschichte.

Nicht nur die vergessene Bierkultur in Dortmund wurde wieder angestoßen, auch die Ruhrgebietsmentalität „Alle mal vorbeikommen, es gibt was zu tun“ half dem Projekt auf die Beine. Wenn es Arbeit gab, packten alle gemeinsam an. Der Absatz im Handel wuchs.
In der Gastronomie stieß man auf Hindernisse und Rückschläge, als die großen Brauereien versuchten, Bergmann wieder aus dem Markt zu drängen. Doch trotz der Widrigkeiten waren die Bergmänner stolz darauf, „David gegen Goliath“ zu spielen und sich zu behaupten.

Finanziert wurden die erste Brauerei und die erforderlichen Bierkästen von begeisterten Mitstreitern. 30 Freunde und Bekannte hatten Genussscheine gezeichnet, die seitdem mit 4 bis 9 Prozent jährlich verzinst werden.

Am Standort im Hafen gab es keine Besucherparkplätze, das staubige Gebäude und die Beschaffenheit der alten Gemäuer erfüllten nicht die gesetzlichen Vorgaben und ließen somit keine Besucher zu. Das Büro der Bergmann Brauerei war nach wie vor in der Ritterstraße angesiedelt. Neben der Belieferung von Getränkehändlern träumten Thomas und Herbert außerdem von einer eigenen Verkaufsstelle.

Und wieder spielte der Zufall mit: In der Mittagspause kam Thomas Raphael öfter an einem leerstehenden Kiosk am Hohen Wall 36 vorbei. Er fand es schade, dass der schöne Kiosk im Stil der 50er Jahre dort langsam verfiel.

Kult

Nach langer Suche fand die Stadt Dortmund schließlich heraus, dass der Kiosk in ihrem Besitz war. Es dauerte dann noch weitere 9 Monate, bis die Bergmann Brauerei den Kiosk schließlich übernehmen konnte.

In den ersten Jahren wurde hier nur Flaschenbier verkauft, dann gelang es Herbert im Jahr 2013, eine Biergartenkonzession zu erlangen. Dank vereinter ehrenamtlicher Kräfte konnte die ehemalige öffentliche Toilette unter dem Kiosk reaktiviert werden. Dieser Ausschankstandort markierte den Beginn einer kleinen Erfolgsgeschichte innerhalb der Erfolgsgeschichte. Nach der ehemals vergessenen Marke hatte die Bergmann Brauerei nun auch einen alten Kiosk wiederbelebt und einer neuen Verwendung zugeführt.

Mittlerweile ist der Kiosk zu einer echten Kultstätte geworden und taucht sogar in Ruhrgebietsreiseführern als Empfehlung auf.

Eine neue Brauerei an einem neuen Standort

Mit 3 Mitarbeitern und Aushilfskräften im Kiosk war die Bergmann Brauerei GmbH auf nunmehr 4 Standorte verteilt: Kiosk am Hohen Wall 36, Büro in der Speicherstraße, Brauerei in der Schäferstraße, Lager in der Lindenhorster Straße.

Absatz und Umsatz stiegen weiter. Im Jahr 2013 wurde beim Treffen der Genussscheininhaber die Idee geboren, eine neue Brauerei an einem neuen Standort zu gründen. Ein möglicher Standort in Huckarde wurde verworfen, als bei einer Besichtigung auf Phoenix-West ein dreieckiges, kleines Grundstück mit Blick auf den alten Hochofen Phoenix ins Rennen kam. Erst viel später wurde klar, dass das Grundstück zentral an beliebten Fahrradrouten liegt.

In Anlehnung an die erfolgreiche Finanzierung der Brauerei über Genussscheine wurde diesmal eine Immobilien GmbH & Co. KG gegründet. Mehr als ein Dutzend Investoren halfen, die Errichtung des Gebäudes zu finanzieren.

Das alte Sudwerk konnte in Zahlung gegeben und dafür ein neues, halbautomatisiertes 20-Hektoliter-Sudwerk erworben werden. Mit Hilfe eines regionalen Handwerkers wurde damit eine moderne, handwerkliche Brauerei errichtet.

Am 11.08.2017 wurde die neue Brauerei eröffnet. In einer einladenden Stehbierhalle in Anlehnung an Dortmunder Traditionen kann das gebraute Bier direkt frisch verkostet werden. Mittlerweile hat die Bergmann Brauerei 24 festangestellte Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter sowie ca. 53 Aushilfskräfte beschäftigt, Tendenz weiter steigend …
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